Lebensmittel nur mit deutschem Pass? Nicht bei den Tafeln in OWL

"Es widerspricht der Idee der Tafel, Flüchtlinge von der Ausgabe auszuschließen"

Die Tafeln im Lübbecker Land haben im Januar 1.400 Menschen mit Lebensmitteln versorgt. Verdrängungsprozesse, wie sie die Essener Tafel beschreibt, gebe es dort jetzt nicht. Der Flüchtlingsanteil sei inzwischen deutlich gesunken. Als dieser höher war, seien jedoch ein paar Kunden nicht mehr gekommen. "Wir vermuten, dass sie sich nicht unbedingt wohl fühlten." Eine Sperre nur für eine bestimmte Gruppe kam für Gieseler aber nie infrage, weil sie das als Diskriminierung empfinden würde. Bei der Lübbecker Land Tafel schätzt sie den Anteil der Flüchtlinge in der Kundschaft auf etwa ein Drittel. Der Fokus aber liege auf älteren Alleinlebenden. 279 der 852 Erwachsenen, die im Januar bei der Lübbecker Land Tafel waren, seien Alleinlebende gewesen. "Da macht sich die Altersarmut bemerkbar", sagt Gieseler.

 

Stella Gieseler, die als Geschäftsführerin des Vereins "ArbeitsLebenZentrum" für die Tafeln im Lübbecker Land und in Porta Westfalica verantwortlich ist ,in einem Interview mit der Neue Westfälische